Mit The Artist kommt demnächst ein Film in die Kinos, der nach dem Abstauben der Goldenen Palme in Cannes und diverser Golden Globes auch für die diesjährigen Academy Awards ein heißer Anwärter auf den Gewinn gleich mehrerer Oscars ist.
Und um eines vorwegzuschicken: Während die fast gänzliche Nichtberücksichtigung von klasse Filmen wie J. Edgar (mit Leonardo Di Caprio als FBI-Chef Hoover) oder Drive mit Ryan Gosling nur ein kollektiver Aussetzer der Academy sein kann, ist eine Nominierung für Steven Spielbergs äußerst durchschnittlichen Film Gefährten in der Kategorie Best Picture eigentlich schon fast peinlich. Als ob der Meisterregisseur auf die Almosen angewiesen wäre und nicht das Recht hätte auch mal einen höchst mittelmäßigen Film zu drehen.
The Artist hingegen hat die meisten seiner Nominierungen durchaus verdient, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass er sich auf Grund seiner Konzeption angenehm vom momentanen „Kino“ unterscheidet. Denn er nimmt uns mit in die Welt der Stummfilme und die Anfänge Hollywoods, als die Bilder noch in Schwarz-Weiß waren und die Schauspieler sich ganz auf Mimik und Gestik verlassen mussten. Der bekannteste von ihnen ist George Valentin (Jean Dujardin) ein Superstar der 20er Jahre, dem sein, vor allem weibliches Publikum, zu Füßen liegt. Eine dieser damaligen „Groupies“ ist die talentierte und hübsche Statistin Peppy Miller (Berenice Bejo), welche von ihrem großen Star entdeckt und gefördert wird. Und während ihre Karriere immer mehr an Fahrt gewinnt, fängt Valentins Ruhm langsam an zu bröckeln. Denn der Tonfilm hat Einzug in die Kinos gehalten und ein „Stummfilmfossil“ wie er ist bei den Produzenten (u.a. John Goodman) plötzlich nicht mehr gefragt.
Ob es für ihn trotzdem ein Happy End gibt, davon sollte sich jeder im Kino selbst überzeugen. Denn neben den exzellenten schauspielerischen Leistungen der Darstellerriege glänzt der Film von Regisseur Michael Hazanavicus mit viel technischer Raffinesse und einem heute nur noch selten vorhandenen Charme, wie ihn nur ein Stummfilm ausstrahlen kann. Ein cineastisches Erlebnis der besonderen Art.
Voraussichtlicher Kinostart: 26.01.2012
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