Du bist hier:

Stars Interviews Die Draufgänger - Dominic Boeer und Jörg Schüttauf
Die Draufgänger - Dominic Boeer und Jörg Schüttauf Drucken
Geschrieben von: PK   

"Wir haben uns auch von Anfang an gut verstanden und dann hieß es es auch bald, dass wir das zusammen machen. Und dann haben wir halt im letzten Jahr fast soviel Zeit miteinander verbracht, wie sonst nur mit unseren Partnerinnen."

 



Unsere erste Frage bezieht sich auf das Casting: Musstet ihr denn zum Casting gehen oder habt ihr die Rolle von eurem Agenten “angeboten” bekommen?

Beide: Das ist mal eine wirklich gute Frage!
Jörg: Dominic fängt mal an zu erzählen, der hatte nämlich seine Rolle als Erster.
Dominic: Also, ich war ja vorher fest bei der SOKO Wismar und da sagte mir dann meine Agentin: „Mensch du, da ist so ein Casting, geh doch da mal hin.“ Dort sagte man mir, ich werde für die Rolle Marcus gecastet. Gut, dachte ich mir: “Naja, der hat schon 4 Kinder und 'ne Frau... was?! Die älteste Tochter ist ein Teenager... so alt bin ich schon? Da hab ich aber sehr früh angefangen.” Also, ich hab dann den Marcus vorgesprochen, wollte aber auch noch mal den Carl versuchen. Tja und dann habe ich einen Anruf bekommen: „Herr Boeer, wir hätten Sie gern als Carl und jetzt suchen wir für Sie noch einen Marcus und zwar einen, der dazu passt.“ Dann haben wir  sehr lange zusammengesessen und überlegt, wen wir nehmen könnten. Es kamen dann allerhand verschiedene Typen und ich wusste, dass am nächsten Tag Jörg Schüttauf kommt, den kannte ich nämlich schon vorher...die anderen kannte ich im Grunde noch nicht.
Jörg: Na, da fehlt aber noch ein ganz kleiner Einschub... (grinst)
Dominic: … kannt ich schon und ich fand ihn ganz super... (grinst)
Jörg: Nein, nein, das meinte ich gar nicht. (lacht) Ich mein, dass ich ja eigentlich nur gekommen bin, weil ich durch Zufall seine Agentin kenne. Die rief mich nämlich an und ich war gerade auf dem Arbeitsamt, nur dass das Magazin und die Jugendlichen da draußen auch wissen, was es heißt Schauspieler zu sein. Man ist gelegentlich arbeitslos und da geht man aufs Arbeitsamt, sonst kommst du einfach, verdammt noch mal, nicht über die Runden, aber das nur nebenbei. (lacht) Auf jeden Fall, diese Agentin fragte mich, ob ich bereit wäre, für eine RTL- Serie vorzusprechen, sie meinte, wir passen einfach genial zusammen. Wenige Minuten später hatte ich dann auch schon ihn am Ohr und er hat mich dann auch schon zugetextet, weil er mich ja, wie er eben bestätigt hat, super, toll und ach-wie-wär-das-schön fand.
Dominic: Ja, damals noch... (alle lachen)
Jörg: Damals noch...inzwischen ist viel Wasser die Elbe hinuntergeflossen. Mit anderen Worten und um es kurz zu sagen, ich kam eher zufällig dazu. Ursprünglich waren nämlich ein Blonder und ein Schwarzhaariger geplant und möglichst jung. Denn es gibt ja dann auch noch die Einschaltquotentypen, die zählen. Ich war zwar nicht ganz so jung, aber am Ende hat dann wohl doch die Qualität entschieden.
Dominic: Ja, also es war wirklich so. Als ich diese ganzen jungen, sportlichen Typen beim Casting gesehen hab dachte ich: „Hmm, aha, drehen wir also nochmal Cobra 11..“ Wollte ich eigentlich nicht, weil das gibt es ja schon. Und dann kam der Jörg und dann haben wir mal zusammen gespielt und die Kollegen fanden das gut. Das war mal etwas Neues und es war auch wirklich irgendwie anders. Wir haben uns auch von Anfang an gut verstanden und dann hieß es auch bald, dass wir das zusammen machen. Und dann haben wir halt im letzten Jahr fast soviel Zeit miteinander verbracht, wie sonst nur mit unseren Partnerinnen.
Jörg: Tja und dann waren wir eben das letzte halbe Jahr in Dresden...

So, jetzt habt ihr schon die ersten drei Fragen beantwortet, kommen wir mal zur nächsten. (lacht) Wie sah denn so ein Drehtag bei euch aus?

Dominic: Also, manchmal gab es unsere erste Begegnung schon im Hotelflur..
Jörg: Nee,...
Dominic: Nagut, selten...
Jörg: Naja gut, die gabs schon, aber ich war immer der Erste, der da war. Ich musste immer warten, bis der Dominic Boeer dann irgendwann noch mal mit seinem Hund kurz draußen war und so weiter... Auch das darf ich an dieser Stelle mal sagen. (lacht) Dann wurde die ein oder andere, teilweise mir bekannte nächtliche Bekanntschaft rausgelassen, aber das nur nebenbei. (lacht) Nein, das ist natürlich alles Quatsch... (lacht) Naja, wie so ein Dreh halt aussieht, aber im Gegensatz zu anderen Drehs haben wir hier tatsächlich wahnsinnig viel gelacht. Wir konnten und durften viel lachen. Und durch das viele Lachen ist uns auch noch der ein oder andere Gag eingefallen, der so nicht im Buch stand, aber dann glücklicherweise am Ende funktioniert hat.
Dominic: Also, wenn zwei Schauspieler so eng miteinander arbeiten, dann gibt es drei Möglichkeiten: Entweder es knallt richtig und man zofft sich jeden Tag. Das kommt öfter vor, als man denkt, weil ja doch Einiges an Eitelkeit im Spiel ist. Dann gibt’s die Möglichkeit, dass man die Drehtage mit einer gewissen Gleichgültigkeit an sich vorbeiziehen lässt und versucht den Anderen so gut es geht zu ignorieren. Und es gibt glücklicherweise die dritte Variante, wo man echt gerne zur Arbeit geht und mit einem solchen Respekt und Kumpelhaftigkeit miteinander umgeht, dass es echt einfach nur Spaß macht – und das ist hier in diesem Fall eingetreten. Ich wusste immer, wenn wir morgens so gegen 6/7 Uhr in der Maske saßen, spreche ich den Jörg besser mal noch nicht an, denn der braucht immer noch ein, zwei Stündchen, dann quatsch’ ich ihn auch nicht zu. Das ändert sich dann gegen Nachmittag, wenn ich dann mal meine Hänge hab und ein bisschen ernster werde, dann merkt er das nämlich wiederum. Also, wir haben uns einfach extrem gut kennengelernt und wissen uns zu schätzen.

Es gab doch bestimmt ganz, ganz viele Outtakes!? Gibt es die irgendwann zu sehen?

Jörg: Tja, alles, was schief gegangen ist, haben wir eigentlich im Film gelassen, das ist ja der Witz an der Sache. Das, was gut geklappt hat, war dann am Ende irgendwie zu langweilig und das wurde rausgenommen. (lacht) Wir hatten auch gar nicht die Zeit bei jeder Szene mehrmals anzusetzen, denn wie überall, wird auch beim Film das Geld immer knapper, aber, weil die Sachen eben auch oft von uns kamen, klappten die dann auch schnell und kamen ziemlich locker rüber.
Dominic: Also es gibt schon Outtakes. Einmal hab ich dich sogar geschlagen... da gab's einen Schlag in den Nacken, weil du dich über meine Art zu bremsen aufgeregt hast. (lacht) Das war überhaupt der Kritikpunkt. (lacht) Ich war nämlich grundsätzlich der Fahrer und Jörg der Beifahrer und ich bin wahrscheinlich nicht der Fahrer, den man sich wünscht und Jörg ist ganz gewiss nicht der Beifahrer, den man sich wünscht. (lacht)
Jörg: Das hast du gut gesagt. (lacht)
Dominic: Ja, ich bin eben auch einer, der seine Beifahrer dann auch gern mal ein wenig quält. (lacht)
Jörg: Da war zum Beispiel mal eine Szene, bei der wir einen ziemlich schwierigen und wortreichen Dialog auf einer Holperpiste hatten und Dominic fuhr die ganze Zeit wie ein Verrückter herum, auf der Suche nach Hügeln, da diese Holperpiste einfach nicht zustandekam. Ich wurde allmählich wirklich genervt, weil er nun schon zum wiederholten Male das Auto hat verrecken lassen, weil er vergessen hatte, die Handbremse zu lösen – er gehört nämlich zu den Menschen, die bevorzugt mit der Handbremse bremsen. Tja, und so kam es dann zu diesem kleinem Ausrutscher. (beide lachen)
Dominic: Also, wenn die Serie einigermaßen gut ankommt und es dann vielleicht mal eine DVD- Box dazu gibt, dann bin ich dafür, dass dort auch solche Szenen, wo wir uns ein paar kleine Gemeinheiten an den Kopf werfen, oder wie die eben beschriebene, reinkommen.

Weshalb war die sächsische LKA- Wache nur eine Kulisse in Berlin?

Dominic: Das lässt sich kurz sagen: Das war einfach ein Kostenpunkt. Das ganze Team sitzt in Berlin, und wenn die Leute aus Berlin immer hier in Dresden wohnen müssen, dann kostet das auch einfach eine ganze Menge. Bei uns ist die Regel, wenn man nur 4 Wände hat und man guckt nicht aus dem Fenster, dann versucht man da ein bisschen einzusparen und dreht das dann in Berlin.

Jörg, du kommst aus Chemnitz, deswegen bist du jetzt mal kurz raus. (lacht) Warst du denn schon mal in Dresden, Dominic?

Nein, ich war noch nie in Dresden. Tatsächlich bin ich eben der klassische Wessi. (lacht) In Nordrhein-Westfalen aufgewachsen, in Köln studiert, war aber auch in Halle (Saale). Also das kannte ich dann doch schon. Dann war ich einen Weile in Wismar für die Serie und hab mich da auch ganz wohlgefühlt. Aber ich muss sagen, das hier in Dresden hat jetzt schon irgendwie den Vogel abgeschossen. Hier hab ich mich das Jahr über echt wohlgefühlt. Gerade Plätze wie die Neustadt, die hab ich ja erst durch Jörg kennengelernt, also was das eigentlich ist. Ich hab gesehen, dass manche Stadtteile hier relativ jung sind und Dresden als Stadt aber echt viel zu bieten hat.

Jörg, wann warst du das letzte Mal in Dresden?

Also das ist auch schon ein bisschen länger her. Ich hatte mal einen Film hier gedreht. Das war sogar ein sehr witziger Film, da hab ich sehr viele komische Sachen machen dürfen und der hieß „Viel Spaß mit meiner Frau“. Das war 1996 oder so. Da gab's aber diese verrückte Neustadt noch nicht so, wie sie jetzt ist. Da gab's noch nicht so viele Studenten. Das ist hier ja schon fast ein bisschen die bessere Reeperbahn, also nicht, was dieses eindeutige Gewerbe betrifft (lacht), sondern dieser Charakter der Partymeile, diese Stimmung und das Freundliche hier überall. Das hab ich hier zum ersten Mal gesehen, als wir den Pilotfilm zu „Die Draufgänger“ gedreht haben.
Sonst kannte ich Dresden bisher nur aus meiner Jugend. Als ich nämlich noch meine Lehre zum Tischler mit der Spezialisierungsrichtung... Ich möchte, dass das ganz genau zitiert wird (lacht)... Dekorationsbau gemacht hatte, musste ich jeden Mittwoch mit der Bahn von Karl-Marx-Stadt (Anmerkung der Redaktion: Heutiges Chemnitz) zum Hauptbahnhof fahren. (... Alle lachen und Jörg beginnt mehr und mehr zu sächseln.)... Da mussde isch denne ins Schausbielhaus und dann hattn wir dahinter, uff irjend nem Platz, isch weeß abber ni mehr wo... technisches Zeichn’n und Bühnenbild. So, daher kenne ich Dresden.

Bei dem Pilotfilm, diese (Halb)Nacktszene...wurdest du da gedoubelt?

Jörg: Darüber möchte ich nicht sprechen. (lacht)
Dominic: Also, ich kann bestätigen, dass Jörg, und ganz alleine Jörg, seine Front- wie auch seinen Rückseite gern für diese Szene zur Verfügung gestellt hat.
Jörg: Und ich würde es wieder tun. (lacht)

Das Lied zur Serie wurde ja von dir, Dominic, eigens gesungen. Wurde dir der Text vorgegeben?

Also, das Lied selbst hab ich nicht geschrieben. Wir haben uns da zusammengesetzt und ich habe gesagt, dass ich ja nun kein klassischer Sänger bin, aber, wenn es so ein wenig in die Countryrichtung geht, dann würde ich da schon mitmachen. Dann haben wir da ein bisschen rumgetüftelt und dann ist am Ende dieser Song entstanden, mit dem Text und der Melodie und wir sind so ganz zufrieden damit.

Wisst ihr weshalb die Serie ausgerechnet in Dresden spielt?

Dominic: Ich glaube man hat die Landschaft sehr mit Bedacht gewählt, denn das hat einfach, wie ich finde, etwas von einem modernem Western. Und dieses raue Land hier, mit den Bergen und so im Hintergrund, da kann man einfach unglaublich tolle Aufnahmen machen. Wir fahren in der Serie auch wahnsinnig viel übers Land. Und dieser Charme der Gegend zusammen mit der Musik, das passt einfach, das funktioniert.
Jörg: Und es ist ja auch so, wenn man sich mal die Besucherzahlen ansieht von den Leuten, die Dresden jährlich besuchen und wenn man dann sieht, wie oft man die Stadt als Film- und Fernsehkulisse sieht, da denkt man sich doch, dass man Dresden auch einfach mal öfter zeigen sollte, wenn die Menschen es sich so gerne ansehen.

Wenn ihr nun die Chance hättet, die Leute davon zu überzeugen, dass sie am Donnerstag Abend unbedingt eure Serie einschalten sollen, wie würdet ihr das machen?

Dominic: Versuchen wir das mal ganz kurz und knapp zu sagen, damit es hängen bleibt... (guckt grinsend Jörg an)
Jörg: Also ich sage da immer den überall auftauchenden Satz: „Ich kann niemanden zwingen zu gucken, aber wenn sie es nicht tun, dann haben sie etwas verpasst.“
Dominic: Wer einen klassischen Krimi sehen möchte, so mit Moral und erhobenem Zeigefinger und genau dem, was man von jedem Abend so kennt, der braucht nicht einschalten. Aber ich glaube, wenn man etwas anderes sehen möchte, wo es nicht in erster Linie darum geht, dass Autos in die Luft fliegen oder ein Fall gelöst wird, sondern wo es um echte Männerfreundschaft geht, fast so eine Jungenfreundschaft von zwei Polizisten, die sich selber nicht so ernst nehmen, sondern einfach nur wahnsinnig viel Spaß haben, der sollte der Sache einfach mal eine Chance geben. Also am Donnerstag einfach mal einschalten und wenn er dann Spaß hatte, sind wir glücklich.

Vielen herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg mit der Serie - Wir werden sie gucken, jeden Donnerstag um 20:15 Uhr auf RTL! ;)